Ein Hotel der alten Schule, welches seine besten Jahre bereits hinter sich hat. Ich würde dieses Hotel ausdrücklich nicht als Wellness-Hotel bezeichnen, dafür gibt es einfach zu viele und wesentlich bessere Häuser, die diese Bezeichnung verdient haben. Das Haus versucht den Spagat zwischen 5 Sterne Grandeur, Kurhotel und modernes Wellnesshotel, was nur bedingt gelingt. Wer unbedingt in Bad Wörishöfen in ein 5 Sterne Hotel fahren möchte, wird hier fündig. Für uns als regelmäßige Wellnesshotelbesucher war das leider nichts. Normalerweise würden wir dem Hotel auf Tripadvisor 3/5 Punkten geben, weil Geschmäcker eben unterschiedlich sind. Was aber unser Erlebnis wirklich vermiest hat, war das absolut unterirdisch veranstaltete Silvesterevent.||Im Einzelnen:||Anfahrt/Lage: Am Ortsrand von Bad Wörishofen gelegen erstreckt sich das Hotel mit eigenem Außengarten. Kurioserweise war bei unserer Anreise die Rezeption auf der sehr unscheinbar wirkenden Nordseite (Kurparkseite) gelegen, direkt neben der Anlieferungsstelle und begleitet durch eine Außenbaustelle. Keine Auffahrtsstrasse, sondern ein flach abfallender Bürgersteig auf den maximal 2 Autos für den Check-In passen erwartete uns. So richtiges 5 Sterne Feeling stellte sich da schon einmal nicht ein. Vom Hotel kommt man direkt auf die Kurwanderwege, was für Hundebesitzer prima ist. ||Service: Hervorzuheben an diesem Hotel war das Servicepersonal. Dieses agierte stets freundlich, hilfsbereit und aufmerksam. Hier konnten wir am ehesten ein 5 Sterne Niveau erkennen. Das Housekeeping war ebenfalls sehr aufmerksam. ||Ambiente: Das Hotel zelebriert den Charme alter Grand Hotels mit viel Teppich, Kronleuchtern und Polstermöbeln. Überwiegend (wesentlich) älteres Publikum. Was uns überhaupt nicht gefiel, waren die zahlreichen externen Gäste, die sowohl zur Nachmittagszeit als auch Abends nach dem Abendessen die ganzen Sitze im Lounge-Bereich belegten und Hotelgäste somit öfters auf einen Platz warten mussten. ||Zimmer: Leider schon etwas in die Jahre gekommen und ausstattungsmäßig auf Kurbesucher bzw. älteres Publikum ausgelegt, konnten uns die Zimmer nicht wirklich überzeugen. Die Matratzen waren extremst hart und unser Bett war nicht fest an der Bettwand fixiert(?!). Mussten unser Bett immer wieder neu zusammenschieben. Traute Zweisamkeit und Entspannung auf dem Zimmer sieht da anders aus… ||Kulinarik: Gute Küche bei gehobener Tischkultur. Abwechselnde Themenabende bei den Gerichten. Allerdings würden wir die angebotenen ausländisch angehauchten Gerichten eher als mittelmäßig bis unauthentisch einstufen. Die Hotelbar war für ein 5 Sterne Haus in Ordnung, wobei hier nicht jede Servicekraft mit der gebotenen Professionalität agierte.||Wellness: Vom Wellnessbereich verteilt sich gerade mal ein Bruchteil auf den Saunenbereich mit einer Sauna, einem Dampfbad und 5 Einzel- und 3 Doppelruheliegen. Bei dieser Anzahl an Hotelgästen plus(!) externe Tagesgäste viel zu unterdimensioniert. Einen wirklichen Ruhebereich sucht man umsonst, da der ganze Bereich sehr hellhörig ist. Der gesamte restliche Bereich verteilt sich auf 2 Indoorpools plus Whirlpool und einem beheizten Außenpool. Viele eng aneinander gereihte Liegen sowie das grelle Licht vermittelten eher ein Hallenbad-Feeling als Gemütlichkeit. Was uns überhaupt nicht gefiel: Man konnte sich Essen und Trinken in den Wellnessbereich bestellen und auf der Liege neben dem Pool verzehren! Für uns ein absolutes No-Go vor allem wegen der Hygiene. ||Silvestergala: Für 240 Euro pro Person waren unsere Erwartungen an den Silvesterabend naturgemäß sehr hoch. Die Ankündigungen mit „Sushi, Hummer, Austern, Surf & Turf, US-Beef“ klangen auch bereits sehr vielversprechend. Dazu noch sollte das ganze eine „elegant lässige Party“ werden. Bei Ankunft im Inspira fühlte man sich erst mal wie in einer Messehalle. Kaum Dekoration, nur eine einsame Speiseinsel in der Mitte der Empfangshalle mit ein paar Nebentischen und zwei Live-Cookingstationen im Hintergrund. Ansonsten musste man sich Hauptspeisen direkt in der Küche holen. Unsere Plätze im Saal neben an: Couches mit viel zu niedrigen Tischen. Dann die nächste Überraschung: Bis auf einen Champagnerempfang waren alle Getränke, darunter auch Wasser, kostenpflichtig. Dazu noch mit begrenzter Auswahl bei den Weinen und den Cocktails. Wir haben also für jede Person noch mal ca. 100 Euro an Getränken gezahlt. Dann das leider nicht wirklich gelungene Abendessen: Für uns leider lieblose Massenabfertigung. Was auf der Karte erstmal sehr gut klang, entpuppte sich als Aneinanderreihung von Unstimmigkeiten. Fisch in Sashimiqualität gab es keinen. Der servierte Thunfischbauch war gebeizt. Sushi gab es gar nicht. Die Austern waren genießbar, schmeckten aber nicht so frisch wie man es gewohnt ist. Daneben eine ganze Menge von unterschiedlichsten Vorspeisen, die aber wenig Lust auf mehr machten. Als Asienreisender traue mir auch zu, zu sagen, dass die angebotene Pho Bo Suppe definitiv keine Pho Bo war (eher Rinderbrühe mit Sojasauce) und eine Wokstation mit „Black Tiger Garnelen mit Currysauce und Fusili(!)“ mir etwas zuviel freie Interpretation von asiatischer Küche ist. Surf und Turf gab es auch keins, es sei denn man bezeichnet neuerdings das Anbieten von einer Seafood-Hauptspeise und einer Fleischhauptspeise auf der gleichen Karte als solches. Über die Qualität von Speisen lässt sich bekanntlich streiten, aber von einer Galaparty in einem 5 Sterne Hotel für 240 Euro pro Person erwarte ich mir etwas anderes. Essen beiseite, die Party mochte auch nicht so recht in Fahrt kommen. Die angeheuerte Ladies Band schaffte es immer wieder (ob absichtlich oder unabsichtlich), das tanzende Publikum von der Tanzfläche zu vertreiben und erst mal ihre eigene Show durchzuziehen, ohne auf das Publikum einzugehen. Richtige Stimmung kam da keine auf. So blieben wir letztlich bis Punkt 12 Uhr, stoßten mit einem Glas Champagner auf das neue Jahr an und verzogen uns dann mit enttäuschten Erwartungen in unser Zimmer. Wer sich auch immer dieses Event ausgedacht und organisiert hat, sollte das nächstes Mal die Finger davon lassen.||Für unsere Ansprüche war es definitiv nicht das passende Hotel. Wir kommen auch nicht um den Eindruck herum, dass das Hotel vor allem auf älteres, zahlungsfreudiges Publikum ausgelegt ist, die etwas geringere Maßstäbe an Entspannung und Qualität setzen. Die Silvesterparty hat dem Ganzen noch mal die Krone aufgesetzt. Wir kommen jedenfalls nicht nochmal. Für über EUR 3.000 für 4 Nächte pro Zimmer gibt es für uns im Allgäu eine Menge passendere Alternativen.